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Gebärmutterentzündung bei Katze und Hund: Symptome erkennen und im Notfall richtig handeln

Krankheit und Behandlung
Notfälle
Kastration
Vorsorge

Eine Gebärmutterentzündung kann sich zunächst durch unscheinbare Veränderungen bemerkbar machen – und sich innerhalb kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Notfall entwickeln. Besonders gefährdet sind unkastrierte Hündinnen und Katzen. Eine schwere Form der Erkrankung ist die sogenannte Pyometra, bei der sich eitriges Sekret in der Gebärmutter ansammelt. Das Tückische: Nicht immer ist von außen sofort erkennbar, dass etwas nicht stimmt. Umso wichtiger ist es, mögliche Warnzeichen zu kennen und bei Verdacht schnell tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was ist eine Pyometra?

Bei einer Pyometra handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Gebärmutter, die unter dem Einfluss von Hormonen entsteht. Nach einer Läufigkeit beziehungsweise Rolligkeit verändert insbesondere das Hormon Progesteron die Gebärmutterschleimhaut. Gleichzeitig werden die natürlichen Abwehrmechanismen innerhalb der Gebärmutter beeinflusst.

Dadurch können sich Bakterien leichter vermehren und eine Entzündung auslösen. Im weiteren Verlauf kann sich die Gebärmutter zunehmend mit entzündlichem oder eitrigem Sekret füllen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer offenen und einer geschlossenen Pyometra:

Offene Pyometra: Der Gebärmutterhals ist geöffnet und Sekret kann über die Scheide abfließen. Dadurch kann eitriger oder blutig-eitriger Ausfluss auffallen.

Geschlossene Pyometra: Der Gebärmutterhals ist geschlossen. Das Sekret kann nicht abfließen und sammelt sich innerhalb der Gebärmutter. Gerade diese Form kann besonders gefährlich sein, weil äußerlich kein Ausfluss sichtbar sein muss.

Welche Tiere sind besonders gefährdet?

Eine Pyometra tritt vor allem bei unkastrierten weiblichen Tieren auf. Bei Hündinnen wird sie besonders häufig im mittleren bis höheren Alter beobachtet, grundsätzlich kann sie jedoch auch jüngere Tiere betreffen.

Auch Katzen können an einer Pyometra erkranken. Bei ihnen kann die Erkrankung besonders leicht übersehen werden, da Katzen gesundheitliche Beschwerden häufig lange verbergen und Veränderungen im Verhalten zunächst wenig auffällig erscheinen.

Bei unkastrierten Hündinnen sollten Halter besonders in den Wochen nach einer Läufigkeit aufmerksam sein.

Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen

Die Beschwerden einer Gebärmutterentzündung können sehr unterschiedlich sein und zunächst auch zu anderen Erkrankungen passen. Typische Warnzeichen sind unter anderem:

  • Müdigkeit, Schwäche oder ungewöhnlicher Rückzug
  • verminderter Appetit oder vollständige Futterverweigerung
  • deutlich vermehrtes Trinken
  • häufigeres Wasserlassen
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Fieber
  • ein empfindlicher, schmerzhafter oder vergrößerter Bauch
  • eitriger, blutiger oder unangenehm riechender Ausfluss

Gerade bei Katzen kann Ausfluss leicht unbemerkt bleiben, da sie sich häufig und gründlich putzen.

Wichtig: Fehlender Ausfluss bedeutet nicht, dass keine Gebärmutterentzündung vorliegt. Bei einer geschlossenen Pyometra kann sich das Sekret vollständig innerhalb der Gebärmutter ansammeln.

Wie wird eine Gebärmutterentzündung festgestellt?

Bei Verdacht auf eine Pyometra wird das Tier zunächst gründlich untersucht. Dabei sind auch Informationen über die letzte Läufigkeit oder Rolligkeit sowie beobachtete Veränderungen im Verhalten wichtig.

Zur weiteren Diagnostik können unter anderem folgende Untersuchungen eingesetzt werden:

Ultraschall: Eine vergrößerte und mit Flüssigkeit gefüllte Gebärmutter lässt sich häufig gut darstellen.

Blutuntersuchung: Entzündungswerte und weitere Blutparameter können Hinweise darauf geben, wie stark der Organismus bereits belastet ist.

Röntgen: In bestimmten Fällen kann eine vergrößerte Gebärmutter auch auf einem Röntgenbild sichtbar werden.

Die Ergebnisse helfen dabei, den Zustand des Tieres einzuschätzen und die passende Behandlung einzuleiten.

Wie wird eine Pyometra behandelt?

In den meisten Fällen ist die operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken die empfohlene und sicherste Behandlung. Ist das Tier bereits geschwächt oder dehydriert, kann zunächst eine Stabilisierung des Kreislaufs notwendig sein. Dazu können beispielsweise Infusionen und eine antibiotische Behandlung gehören.

Eine ausschließlich medikamentöse Behandlung kommt nur in ausgewählten Fällen infrage, beispielsweise wenn ein Tier weiterhin zur Zucht eingesetzt werden soll und sein Allgemeinzustand dies zulässt. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass die Erkrankung erneut auftritt.

Welche Behandlung sinnvoll ist, muss deshalb immer individuell tierärztlich entschieden werden.

Kann man einer Gebärmutterentzündung vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung gegen eine hormonell bedingte Pyometra ist die Kastration, da dadurch die entsprechenden hormonellen Zyklen unterbunden werden.

Ob und wann eine Kastration für das eigene Tier sinnvoll ist, sollte jedoch individuell mit dem Tierarzt besprochen werden. Alter, Gesundheitszustand, Rasse und weitere Faktoren können bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen.

Bei unkastrierten Hündinnen und Katzen ist es besonders wichtig, Veränderungen rund um und nach Läufigkeit beziehungsweise Rolligkeit aufmerksam zu beobachten.

Wann sollten Sie sofort zum Tierarzt?

Warten Sie nicht ab, wenn Ihre unkastrierte Hündin oder Katze plötzlich ungewöhnlich müde wirkt, nicht mehr frisst, deutlich mehr trinkt, erbricht oder auffälligen vaginalen Ausfluss zeigt.

Auch ein vergrößerter oder schmerzhafter Bauch sowie eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands sind Gründe für eine sofortige tierärztliche Untersuchung.

Bei einer Pyometra gilt: Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto besser kann schweren Komplikationen vorgebeugt werden.

Wir sind für Sie und Ihr Tier da

In der Tierarztpraxis Westeremstek können wir bei auffälligen Symptomen gezielt untersuchen, ob eine Erkrankung der Gebärmutter vorliegt. Mithilfe einer gründlichen klinischen Untersuchung, Blutdiagnostik und bildgebender Verfahren wie Ultraschall können mögliche Ursachen abgeklärt und die notwendigen Behandlungsschritte eingeleitet werden.

Wenn Sie Veränderungen bei Ihrer Hündin oder Katze bemerken oder sich nach einer Läufigkeit beziehungsweise Rolligkeit unsicher sind, sprechen Sie uns gerne an.

Unser Fazit:

Eine Gebärmutterentzündung kann lange unauffällig bleiben und sich dennoch schnell zu einem ernsten Notfall entwickeln. Besonders bei unkastrierten Hündinnen und Katzen sollten Veränderungen wie Müdigkeit, vermehrter Durst, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder auffälliger Ausfluss ernst genommen werden.

Je früher eine Pyometra erkannt wird, desto schneller kann die passende Behandlung eingeleitet und das Risiko schwerer Komplikationen reduziert werden. Bei Verdacht oder Unsicherheit empfiehlt sich deshalb eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung.

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