Der Sommer ist Paarungszeit, Revierzeit – und damit leider auch Hochsaison für kleine und größere Rangeleien unter Katzen. Wer eine Freigängerkatze zu Hause hat, kennt es: Plötzlich humpelt das Tier, zieht sich zurück oder reagiert empfindlich auf Berührungen. Häufig steckt eine Bisswunde dahinter – und die sollte nicht unterschätzt werden.

Bisswunden bei Katzen sind tückisch. Anders als Schürfwunden oder offensichtliche Verletzungen sieht man sie oft auf den ersten Blick nicht. Das liegt daran, dass die Katzenhaut sehr elastisch ist. Beim Zubeißen dringen die Zähne tief ein – die Wunde an der Oberfläche ist meist klein, doch in der Tiefe kann sich rasch ein infektiöser Entzündungsherd entwickeln.
Vor allem in den warmen Monaten heilen solche Wunden nicht gut: Wärme und Feuchtigkeit begünstigen das Bakterienwachstum, was zu schmerzhaften Abszessen führen kann.
Spätestens wenn sich Eiter bildet oder die Katze deutlich verändert wirkt, sollte die Wunde tierärztlich untersucht werden.
Wird eine Bisswunde zu spät erkannt, kann sich ein Abszess entwickeln – eine schmerzhafte Eiteransammlung unter der Haut, die häufig chirurgisch eröffnet und gespült werden muss. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Bakterien über den Blutkreislauf ausbreiten und weitere Organe schädigen. Auch systemische Infektionen wie FIV (Katzen-AIDS) oder FeLV (Leukose) können durch Bisswunden übertragen werden.
Unkastrierte Kater streunen weiter, sind territorialer und geraten häufiger in Kämpfe. Eine Kastration kann helfen, Verletzungsrisiken zu minimieren – und trägt ganz nebenbei auch zum Tierschutz bei.
Unser Fazit aus der Praxis
Klein, aber gefährlich: Bisswunden gehören zu den häufigsten Gründen für tierärztliche Behandlungen bei Freigängerkatzen. Je früher eine solche Wunde erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen – und desto weniger leidet Ihr Tier.
Sie sind unsicher oder haben eine Verletzung entdeckt? Vereinbaren Sie gerne einen Termin – wir schauen uns das gemeinsam an.

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